ImpactBeispielprojektWEG & Gemeinschaften

WEG-Sanierung 1972 — 16 Parteien, FKG-München-Hebel

16-Parteien-WEG aus 1972 zwischen Lückenschluss und Modernisierung: zwei Eigentümerversammlungen, einstimmiger Beschluss für gemeinsame Sanierung, dreistufige BEG-FKG-Komination. iSFP als Beschlussvorlage, 22 Monate Bauzeit.

München-Schwabing-West

Eckdaten

Baujahr
1972
Wohnfläche
1340 m²
Wohneinheiten
16
Bauzeit
22 Monate

Energetische Verbesserung

F
178
kWh/m²a
C
82
kWh/m²a
kollektive CO₂-Einsparung dokumentiert für ESG-Reporting der Eigentümer

Ausgangslage

Die WEG aus 1972 mit 16 Wohneinheiten hatte alle klassischen Hürden gemeinsamer Sanierung: heterogene Eigentümerinteressen (Vermieter vs. Selbstnutzer), geringe Instandhaltungs-Rücklage, akute GEG-Heizungs-Austauschpflicht durch Heizkessel-Alter, kommunale Vorgaben für die Stadtbildwirkung der Fassade. Zwei der 16 Eigentümer wollten ursprünglich nur eine Heizungs-Minimal-Lösung — keine Komplettsanierung.

Unsere Herangehensweise

Wir haben den iSFP gezielt als Beschlussvorlage konzipiert: visualisierte Maßnahmenpakete, klare Kosten- und Förder-Vergleichsszenarien je Eigentumsanteil, drei alternative Sanierungstiefen mit jeweils zugehöriger Eigentümer-Belastung. In zwei Eigentümerversammlungen — vorbereitet mit individuellen Vorabgesprächen — entstand die einstimmige Entscheidung für die mittlere Variante mit BEG + FKG + Wärmenetz. Die Sonderumlage wurde über fünf Jahre gestreckt, die Instandhaltungs-Rücklage gezielt eingebunden.

Ergebnis

Nach 22 Monaten Bauzeit (in zwei Hauptphasen wegen Witterung und Eigentümer-Vorlauf): Klasse F → C, Primärenergiebedarf von 178 auf 82 kWh/m²a, gemeinschaftliche PV als Mehrwert für alle Eigentümer. Wichtig für die WEG: gesetzliche Austauschpflicht erfüllt, ESG-tauglich dokumentiert, Wallbox-Infrastruktur als Zukunftsoption vorbereitet. Die zwei zunächst skeptischen Eigentümer haben in der Abschluss-Versammlung explizit zugestimmt — das hat den Sanierungsstau in der WEG aufgelöst.

Umgesetzte Maßnahmen

  • Außenwand-Dämmung mit WDVS 16 cm, abgestimmt mit Stadt München (Stadtbildwirkung)
  • Dachstuhl-Sanierung mit Aufsparrendämmung
  • Erdgeschoss-Bodenplatte-Dämmung von Kellerseite
  • Zentral-Heizung-Umbau auf Wärmenetzanschluss SWM Fernwärme
  • Hydraulischer Abgleich Verfahren B für alle 16 Wohneinheiten
  • Fenster-Austausch in zwei Bauabschnitten (Hofseite + Straßenseite)
  • Gemeinschafts-PV 22 kWp auf Flachdach mit gemeinschaftlicher Verbrauchsabrechnung
  • Tiefgaragen-Beleuchtung auf LED mit Bewegungsmelder
  • Vorbereitung Wallbox-Infrastruktur (3 von 14 Stellplätzen bereits aktiviert)

Genutzte Förderprogramme

  • BAFA EBN für Wohnungseigentümergemeinschaften (iSFP)
  • BEG WG / KfW 261 — Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE
  • FKG München — kommunaler Zuschuss kumulierbar mit BEG
  • Förderprogramm Wärmenetzanschluss der Stadtwerke München
  • iSFP-Bonus 5 % auf alle umgesetzten Folgemaßnahmen

Förder-Choreografie

WEG-Sanierungen leben von der Förder-Kumulierungs-Logik: Bund (BEG/KfW), Stadt (FKG München) und Versorger (SWM Wärmenetz) wurden gestaffelt beantragt. Die zeitliche Reihenfolge der Anträge war entscheidend, damit keine Doppel-Inanspruchnahme entstand. Im Konditions-Memo für die Eigentümerversammlung waren alle drei Förderströme mit ihren jeweiligen Antragsfristen und der zu erwartenden Eigentümer-Belastung dargestellt — das war der eigentliche Beschluss-Hebel.

Wirtschaftliche Eckdaten

Brutto-Investition (Schätzung)

ca. 1.450.000 € – 1.700.000 € brutto

Effektive Eigenleistung

erfahrungsgemäß 55–65 % der Brutto-Summe nach Förderung; Umlage auf 16 WE über fünf Jahre via Sonderumlage und Instandhaltungs-Rücklage

Impetus

Wir denken Ihre Sanierung genauso strategisch durch.