Energieausweis

Primärenergiefaktor

Definition

Der Primärenergiefaktor, abgekürzt fp, ist eine dimensionslose Maßzahl, die den Energieaufwand vom Rohstoff (Förderung, Transport, Umwandlung, Verteilung) bis zur Bereitstellung als nutzbare Endenergie im Gebäude abbildet. Er ist im Gebäudeenergiegesetz (GEG) und im Energieausweis verankert und dient als Grundlage zur Bewertung der Klimawirkung verschiedener Energieträger. Typische Werte sind: Erdgas und Heizöl jeweils fp = 1,1; Holz-Pellets fp = 0,2 (sehr niedrig wegen nachwachsendem Rohstoff); Strom für Wärmepumpenbetrieb fp = 1,8 (Stand 2026); Fernwärme variabel je nach Erzeugerstruktur (KWK, fossil, regenerativ). Je niedriger der Primärenergiefaktor, desto effizienter wird der eingesetzte Energieträger volkswirtschaftlich und ökologisch bewertet. Der Faktor fließt direkt in die Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes ein, der wiederum die Effizienzhausklassen im Energieausweis und in der KfW-Förderung definiert.

Wann wird der Begriff verwendet?

Der Primärenergiefaktor ist zentral bei der Ausstellung jedes Energieausweises sowie bei der KfW-Förderbewertung. Er entscheidet darüber, ob ein Gebäude die Anforderungen einer bestimmten Effizienzhausstufe erreicht. Besonders wichtig wird der Faktor bei der Wahl des Heizsystems: Wärmepumpen profitieren überproportional von der gesetzlich festgelegten Absenkung des Strom-Primärenergiefaktors, der sich mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix weiter verbessert. Auch bei der Anrechnung von Photovoltaik-Eigenstrom oder Fernwärme spielt der fp eine entscheidende Rolle.

Beispiel

Ein Einfamilienhaus benötigt 100 kWh Endenergie pro Quadratmeter. Wird diese Endenergie über eine Wärmepumpe mit fp = 1,8 bereitgestellt, ergibt das 180 kWh Primärenergie pro Quadratmeter. Eine moderne Gas-Brennwertheizung mit fp = 1,1 käme bei identischem Endenergiebedarf auf 110 kWh Primärenergie. Doch die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von etwa 3,5 — sie benötigt also nur rund 30 kWh Strom pro 100 kWh Wärme. Damit ergibt sich am Ende ein deutlich niedrigerer Primärenergiebedarf zugunsten der Wärmepumpe.

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