Luftdichtheit / Blower-Door-Test
Definition
Die Luftdichtheit einer Gebäudehülle wird über den Blower-Door-Test geprüft, ein Druckdifferenz-Verfahren nach DIN EN ISO 9972. Dabei wird in eine Außentür ein kalibriertes Gebläse eingebaut, das im Gebäude eine Druckdifferenz von 50 Pascal gegenüber der Außenluft erzeugt — sowohl im Unterdruck- als auch im Überdruckverfahren. Gemessen wird, wie viel Luft pro Stunde durch Undichtigkeiten in der Hülle entweicht. Das Ergebnis wird als n50-Wert ausgedrückt: die Luftwechselrate pro Stunde bei 50 Pa. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt Grenzwerte vor: 3,0 pro Stunde bei Wohngebäuden ohne mechanische Lüftungsanlage, 1,5 pro Stunde mit Lüftungsanlage. Höherwertige Effizienzhausstandards wie Effizienzhaus 40 oder Passivhaus fordern oft Werte von unter 0,6 pro Stunde. Eine begleitende Leckageortung mit Nebel oder Anemometer hilft, konkrete Schwachstellen zu identifizieren.
Wann wird der Begriff verwendet?
Der Blower-Door-Test ist Pflichtbestandteil bei KfW-261-Sanierungen auf Effizienzhaus-55- oder -40-Niveau und bei Neubauten mit Lüftungsanlage. In Altbauten finden sich Schwachstellen häufig an Dachanschlüssen, ungedämmten Drempelbereichen, Fenster- und Türeinbaufugen, Steckdosen in Außenwänden, Rollladenkästen und Versorgungsleitungs-Durchdringungen. Wer Luftdichtheit verbessern will, plant sie idealerweise schon in der Sanierungsplanung mit ein — nachträgliches Abdichten ist deutlich aufwendiger als sauberes Detail-Engineering vor Bauausführung. Ein Test wird häufig in zwei Stufen durchgeführt: ein Voruntersuchungs-Test während der Bauphase (zur Identifikation und Behebung von Leckagen) und ein finaler Bestätigungstest nach Fertigstellung.
Beispiel
Verwandte Begriffe
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