Jahresarbeitszahl (JAZ)
Definition
Die Jahresarbeitszahl ist der saisonal gemittelte Wirkungsgrad einer Wärmepumpe und gilt als wichtigste Kennzahl für Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit. Sie wird entweder rechnerisch nach VDI 4650 (Vorab-Auslegung) oder messtechnisch im Betrieb (Wärmemengenzähler plus Stromzähler) ermittelt. Die Berechnung erfolgt als Quotient aus jährlich erzeugter Wärmemenge in Kilowattstunden und insgesamt aufgenommener elektrischer Energie inklusive aller Hilfsenergien wie Umwälzpumpen, Steuerung, Abtauenergie und gegebenenfalls elektrischem Heizstab. Eine JAZ von 3,5 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom durchschnittlich 3,5 kWh Wärme erzeugt werden. Im Gegensatz zum COP, der nur einen einzelnen Betriebspunkt unter Laborbedingungen abbildet, integriert die JAZ alle realen Einflüsse wie Außentemperaturverlauf, Heizkurve, Heizgrenze und Standzeiten. Sie ist damit der ehrlichere Effizienzwert und Grundlage jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Wann wird der Begriff verwendet?
Förderrelevanz: Die BAFA-Heizungsförderung für Luft-Wasser-Wärmepumpen erfordert aktuell eine Mindest-JAZ von rund 2,8 im Bestand, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Anlagen (Erdwärme/Grundwasser) liegen bei rund 3,5. Da sich diese Schwellen ändern können, prüfen wir die jeweils geltende Anforderung im Rahmen der Förderprüfung. Für die KfW-Effizienzhaus-Förderung fließt die JAZ in die Primärenergiebilanz ein. In der Sanierungsplanung ist die JAZ damit ein doppelt relevanter Hebel: Sie bestimmt nicht nur die laufenden Stromkosten, sondern entscheidet auch über die Förderfähigkeit und den möglichen Tilgungszuschuss. Hohe Vorlauftemperaturen, unzureichend gedämmte Hüllflächen und überdimensionierte Geräte sind die häufigsten Effizienz-Killer.
Beispiel
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